Gemeindezentrum Kirchstr. 6/7

Die Evangelische Stadtkirchengemeinde versteht sich heute als missionarisch in die Stadt und das Umland hineinwirkende und sozial tätige Kirchengemeinde Sie hat eine breite reformatorische, kulturelle, soziale und auch kirchenmusikalische Tradition.

Seit 2005 befindet sich die Gemeinde in der Umstrukturierung und Neuorientierung. Ausgangspunkt war eine Zukunftswerkstatt in der sich Viele Gedanken gemacht haben. Die Gründe dafür:

  1. Die demographische Entwicklung:
     
    Im Jahre 1950 hatte die Gemeinde etwa 23.000 Mitglieder. Im Jahre 1990 waren es etwa 5000, im Jahre 2008 etwa 3000 Mitglieder. Die Entwicklung ist rückläufig. 2015 -20 werden es vielleicht noch etwa 1800-2000 sein.
     
  2. Gemeindebezirke und Gebäudesituation
     
    Die Gemeinde hatte bis 2008 fünf Gemeindebezirke mit jeweils einer eigenen Kirche, bzw. einem kleinen Gemeindezentrum. Mit den Kirchen sind das 10 unterschiedliche Gebäude. Die Menschen kannten und kennen sich teilweise untereinander nicht. Im letzten Jahr sind zwei Häuser geschlossen worden, weil die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war. Es gibt zu viel leer stehenden Raum.
     
  3. Personalsituation
     
    Im Pfarrsprengel gab es bis zur Mitte der 1990er Jahre und darüber hinaus noch 8 Pfarrstellen, jetzt sind es noch 2,5. Dazu haben wir  einen Kirchenmusiker, je eine Mitarbeiterin für die Arbeit mit Kinder und Familien und die Seniorenarbeit, eine Sekretärin.


Was möchten wir?

Gemeinden sind immer „Weggemeinschaften“ die vom Geben und Empfangen leben. Das Gebot der Nächstenliebe  lautet: „Liebet einander, wie ich euch geliebt habe.“ Muß nicht auch heute der Weg der Kirche durch das Geben und Nehmen bestimmt sein, müsste die Kirche der Zukunft nicht eine Gemeinschaft sein, die mehr dem Menschen dient? Im Teilen von Leben und Glauben, von gemeinsamen Hoffnungen und Träumen, von Freuden und Sorgen wird das Wesen der Gemeinde, der Kirche sichtbar. Vonei-nander wissen, füreinander da sein. Das braucht Räume der Begegnung und des Aus-tauschs. Räume in denen sich die Generationen begegnen können, die Insider, die „Kerngemeinde“, die, die „schnuppern“ möchten, die Fragen haben, die Stille suchen, jemanden der zuhört, .... .
Wenn Menschen aufeinander zugehen und die Möglichkeiten der „Weggemeinschaft“ entdecken, kann sie für einzelne (wieder) tragfähig und wichtig werden.
Weggemeinschaft bedeutet:

  • gemeinsame Zeit: in Gruppen, in der Freizeit, Zeit zum Zuhören, Begleiten, Da-sein
  • gemeinsame Räume: teilen von Lebensräumen, offene Türen und Gewähren von Gastfreundschaft
  • gemeinsame Arbeit: Teilen von Tätigkeiten, Aktionen und Initiativen planen und durchführen, Fähigkeiten und Fertigkeiten aufspüren und fördern
  • gemeinsame Erkenntnis: Teilen von Erkenntnissen, Erfahrungen und Wissen, gemeinsam über den Glauben erzählen, Zweifel haben, hören, sprechen und ler-nen
  • gemeinsames Spiel: Teilen von Freizeit, Muße und zweckfreiem Tun, gemeinsame Freude erleben und Lachen, Feste und Liturgie feiern

„Gemeinde im Wandel – Gemeinde in Zukunft“ – so lautete das Motto der Arbeitsgruppe. Diesen genannten, vielfältigen Herausforderungen und Aufgaben möchten wir uns stellen, z.B. in dem wir Kirche da „ansiedeln“ möchten, wo sie auch gesucht und vermutet wird, in der Kirchstr.6/7. Ein lebendiges Zentrum tut unserer Gemeinde sicher gut, ein Zentrum, in dem sich Menschen begegnen können, in dem verschiedene Räume für alle möglichen Aktivitäten sind, in dem MitarbeiterInnen anzutreffen sind, u.v.m.. Durch den sehr viel geringeren Personalbestand  stellt sich die Frage nach inhaltlichen Schwerpunkten deutlicher und dringender. Auch die Ehrenamtlichen kommen an die Grenzen Ihrer Leistungsfähigkeit.  Die Arbeit, die Dienste sollen ja auch noch Spaß machen und nicht nur als Belastung empfunden werden. Diesen Eindruck konnte und kann man oft gewinnen.

Viele Jüngere spüren nicht mehr die Identifikation mit den einzelnen Gemeindebezirken. Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die zugezogen sind, ihre Kinder im ev. Kindergarten haben, in der Christenlehre, im Konfirmandenunterricht, die nach Identifikation mit der Stadtkirchengemeinde suchen, die nach einem Ort suchen, der lebendig ist. Den haben wir im Moment nicht, aber dieser könnte die Kirchstr. 6/7 werden.

Kirche soll da sein, wo sie gesucht wird. In der Kirchstr. könnten viele schöne, einladende Räume für viele Zwecke entstehen, das Büro kann dort sein, die Maria Magdalenen Kirche könnte so vielleicht noch intensiver offen gehalten und  genutzt werden (Ausstellungen, Cafe, ...).

Kirche in dieser Stadt soll deutlicher erkennbar und einladender werden. Das Vorhaben eines Zentrums in der Kirchstr. 6/7 kann dazu ein guter und auch notwendiger Schritt sein.